|Re-Lektüren| Musik­wissen­schaft­liche Texte neu gelesen

Nicht nur für die Disziplin Musikwissenschaft, sondern auch ganz persönlich dürfte es für jede*n Forscher*in ‘Schlüsseltexte’ geben. Dennoch hat das Fach ein ambivalentes Verhältnis zu einflussreichen Aufsätzen und Büchern. Musikwissenschaftliche Forschung findet nur selten in expliziter Auseinandersetzung – sei es in Anknüpfung oder in Abgrenzung – mit zentralen Schriften statt. Auch die vieldiskutierte „Theoriearmut“ der Musikwissenschaft mag mit der nur schwach ausgeprägten Bereitschaft zusammenhängen, die eigene Forschung in Beziehung zur Fachgeschichte – im Sinne einer Geschichte der Forschungsinhalte – zu setzen.

Mit unserer neuen Rubrik „Re-Lektüren“ wollen wir eine Auseinandersetzung mit der musikwissenschaftlichen Literatur der Vergangenheit anstoßen. Wir machen dabei ganz bewusst keine konkreten Literaturvorschläge und geben keinen Zeitrahmen vor, sondern laden Sie/Euch als Fach-Community ein, mit Ideen an uns heranzutreten.

Folgende Fragen könnten die Re-Lektüre leiten:

  • Welchen Einfluss hatten und haben solche ‘Schlüsseltexte’ auf den Forschungsdiskurs? Wie haben sie das Fach methodisch oder theoretisch beeinflusst?
  • Wie wurden die Texte außerhalb der Musikwissenschaft wahrgenommen? Welche Rolle spielen sie für den nicht-wissenschaftlichen Blick auf ihre Themen und Gegenstände?
  • Welche Rolle spielt die gesellschaftliche, (forschungs-)politische, vielleicht auch ideologische Rahmung historischer Fachbeiträge für ihre Rezeption?
  • Sind die Texte noch heute aktuell – und wenn ja, inwiefern?

Vorschläge für Beiträge können jederzeit eingereicht werden. Die Blogartikel sollten 2000 Wörter nicht überschreiten. Dank der Einbettung des Blogs musiconn.kontrovers in den FID Musikwissenschaft ist es uns möglich, zu besprechende Titel bei Bedarf in gedruckter Form anzuschaffen und den Autor*innen zur Verfügung zu stellen.

Wir freuen uns auf Ihre/Eure Vorschläge an kontrovers.redaktion@musiconn.de.