Es waren glückliche Zeiten, als jede noch jeden verstand: Die ganze Erde hatte ein und dieselben Worte, eine Sprache. (1 Mose 11,1) Das Streben nach der einen Wahrheit, nach absolutem Wissen, um Gott gleich zu sein, führte jedoch dazu, dass Gott herabstieg, die Sprachen der Menschenkinder verwirrte, um so den Turmbau von Babel zu verhindern und den menschlichen Hochmut zu brechen. Wo wären wir heute, wenn wir tatsächlich eine gemeinsame Muttersprache hätten und ohne jede Grenzen alles und jeden verstehen würden?

Aus dem Amt, einer Gesellschaft für Musikgeschichte mit regionalem Arbeitsgebiet (Baden-Württemberg) vorzustehen, darf jetzt keine Verlegenheit werden! Und schon gar keine peinliche Liebhaberei geistiger Ruheständler. Die Frage nach einer musikgeschichtlichen Forschung mit regionalem Zuschnitt muss der globalisierten und digitalisierten Welt standhalten. Zumal, wenn die Anfrage von einem Weblog kommt. Sonst können wir einpacken.

Die meisten Musikwissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler dürften das Problem kennen: Am Ende einer interessanten Tagung oder eines besonders anregenden Vortrags gibt es nicht genügend Zeit für Diskussion. Fragen müssen unbeantwortet bleiben und Wortmeldungen zurückgestellt werden. Auch die anschließende Kaffeepause ist selten lang genug, um all das Ungesagte aufzuarbeiten.