Aus dem Amt, einer Gesellschaft für Musikgeschichte mit regionalem Arbeitsgebiet (Baden-Württemberg) vorzustehen, darf jetzt keine Verlegenheit werden! Und schon gar keine peinliche Liebhaberei geistiger Ruheständler. Die Frage nach einer musikgeschichtlichen Forschung mit regionalem Zuschnitt muss der globalisierten und digitalisierten Welt standhalten. Zumal, wenn die Anfrage von einem Weblog kommt. Sonst können wir einpacken.

Die meisten Musikwissenschaftlerinnen und ‑wissenschaftler dürften das Problem kennen: Am Ende einer interessanten Tagung oder eines besonders anregenden Vortrags gibt es nicht genügend Zeit für Diskussion. Fragen müssen unbeantwortet bleiben und Wortmeldungen zurückgestellt werden. Auch die anschließende Kaffeepause ist selten lang genug, um all das Ungesagte aufzuarbeiten.

„Wege der Musikwissenschaft“ lautet der Titel des XVI. Internationalen Kongresses der Gesellschaft für Musikforschung, der vom 14. bis 17. September an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz stattfinden wird. Die Tagung will laut Kongressankündigung ein Forum sein für „Selbstreflexion“, für eine „Standortbestimmung“ und für eine „Diskussion zukünftiger Wege der Musikwissenschaft“.